Solarium: Ist einmal pro Woche schon schädlich?

Redaktion, 15. MAI 2024

Ist Solarium einmal pro Woche schädlich?

Viele Menschen bevorzugen einen gebräunten Teint - und das auf Kosten der Hautgesundheit.

Der Sommer steht vor der Tür und viele Frauen streben danach, ihrer Haut eine gesunde Bräune zu verleihen. Viele nutzen bei gutem Wetter hierfür das natürliche Licht der Sonne. Wem das nicht schnell genug geht, der greift zu Selbstbräunern oder geht ins Solarium. Doch die künstliche Sonne der Solarien kann bei übermäßigem Gebrauch die eigene Gesundheit gefährden. Dass die Nutzung von Solarien auf Dauer allgemein nicht gut für die Haut ist, sollte mittlerweile jedem bewusst sein. Doch wie oft kann man die Sonnenbank risikofrei benutzen und woher weiß man wann genug ist? Wir erklären in diesem Artikel, wie man bewusst mit dieser Bräunungsmethode umgeht und was es noch für ungefährliche Alternativen gibt. 

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Wie funktioniert ein Solarium?

Die meisten Sonnenbänke sollen dafür sorgen, die Haut am gesamten Körper zu bräunen. Teilweise gibt es aber auch Solarien, die nur für einen bestimmten Körperteil, wie beispielsweise das Gesicht, zuständig sind. Ein Ganzkörper-Solarium sieht aus wie eine Liege, auf deren Oberfläche der Benutzer sich für eine gewisse Zeit legen muss. Wie lange das dauert, hängt vom Hauttyp und der Empfindlichkeit der jeweiligen Person ab und kann individuell eingestellt werden. Die übliche Bräunungszeit liegt zwischen 10 und 30 Minuten. Zum Schutz der Augen vor der schädlichen UV-Strahlung, liegen spezielle Sonnenbrillen bereit, die während der Nutzung getragen werden müssen.

Solarien sind ausgestattet mit speziellen röhrenförmigen UV-Leuchtstofflampen. Diese Lichtquellen sorgen dafür, dass der Körper von Kopf bis Fuß mit UV-A- und UV-B-Strahlen beleuchtet wird. Durch die künstliche UV-Bestrahlung werden die Melanozyten in der Haut stimuliert und fangen an, vermehrt den dunklen Farbstoff Melanin zu bilden. Als Pigment ist Melanin für die Bräunung der Haut zuständig.

Nach dem Besuch im Solarium sollte man die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit versorgen und Sonnenschutzmittel verwenden, um die Bräune möglichst lange zu erhalten. Wie schnell die Haut wieder verblasst, ist abhängig vom Hauttyp, anschließender Hautpflege und der Intensität des Besuchs. Gewöhnlicherweise hält die Bräune des Solariums etwa eine Woche und schwächt nach und nach wieder ab, da sich die oberste Hautschicht stetig erneuert.

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Wie schädlich sind Solarien?

Schädlich ist die künstliche UV-Strahlung insbesondere dann, wenn Solarien übermäßig viel genutzt werden und keine nötigen Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die künstlichen UV-Strahlen, die hierbei verwendet werden, teilen sich nochmal in 2 Arten der Strahlung auf. Die UV-A-Strahlen dringen tief in die Haut ein und können somit langfristige Schäden, wie Hautalterung oder Hautkrebs, verursachen. UV-B- Strahlen besitzen mehr Energie und können somit kurzfristige Schäden wie Sonnenbrand verursachen, sie sind für die Entstehung von Hautkrebs aber ebenfalls verantwortlich.

Was die Nutzung von Solarien für die Haut bedeutet und welche Gesundheitsrisiken sie bergen, ist hier aufgelistet: 

  • Hautkrebs: Wie bereits erwähnt, ist die UV-Strahlung von Solarien eine häufige Ursache für die Entstehung von Hautkrebs. Studien belegen einen Zusammenhang verschiedener Arten von Hautkrebs und der regelmäßigen Nutzung von Solarien. Der übermäßige Besuch im Solarium ist gerade für junge Menschen gefährlich, da die Haut zu dieser Zeit noch sehr empfindlich und somit anfälliger für Melanome und Formen des weißen Hautkrebses wie Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome ist. Das Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, steigt mit dem ersten Solariumbesuch vor dem 35. Lebensjahr um ganze 87% an. Jede zusätzliche Nutzung vergrößert das Risiko auf Hautkrebs jährlich um 1,8 %.

  • Hautalterung: Vorzeitige Hautalterung ist ein weiterer Schaden, der der Haut durch die Nutzung von Solarien zugefügt werden kann. Häufig wirken Menschen, die oft UV-Strahlen ausgesetzt sind, in ihrem äußeren Erscheinungsbild älter als sie eigentlich sind. Der natürliche Alterungsprozess wird durch die UV-Strahlung beschleunigt und kann zu frühzeitigen Falten, Altersflecken und einer allgemeinen Verschlechterung der Hauttextur führen.

  • Sonnenbrand: Viel hilft viel. Das scheint zumindest das Motto vieler Solariumbesucher zu sein, wenn es darum geht möglichst schnell braun zu werden. Dass das nicht die klügste Methode bei der Nutzung von Sonnenbänken ist, wird vielen erst im Nachhinein schmerzlich bewusst. Die Häufigkeit und Dauer der Sonnenbäder spielt eine große Rolle, wenn es nicht zum Sonnenbrand kommen soll. Dieser äußert sich in Form von schmerzhaften Rötungen und Blasen, was bei wiederholten Vorkommen das Risiko auf Hautkrebs beträchtlich erhöht.

  • Schwächung des Immunsystems: Wird das Immunsystem durch zu viel UV-Strahlung belastet, kann das zu Entzündungen in der Haut, verzögerter Wundheilung oder veränderter Immunreaktionen führen. Der Körper kann Krankheitserreger nicht mehr so gut abwehren und wird dadurch anfälliger gegenüber vielen verschiedenen Erkrankungen.

  • Risiken bei Schwangerschaft: Da Schwangere generell eine erhöhte Körpertemperatur haben, kann es mit der Wärme in einem Solarium schneller zu Überhitzung und Dehydrierung kommen. Der gedehnte Bauch sorgt dafür, dass die Haut an dieser Stelle dünner und somit auch anfälliger für Sonnenbrand ist. Die Sonnenbank entzieht dem Körper außerdem Folsäure. Schwangere sollten daher einen genauen Blick auf ihren Folsäurespiegel haben, bevor sie sich dazu entscheiden, auf die Sonnenbank zu gehen. Ob Solarien direkte Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht. Sicher ist jedoch, dass übermäßige Hitze während der Schwangerschaft zu Komplikationen bei der Geburt führen kann.

  • Haarschäden: Die Hitze der Solariums kann die Haare schneller austrocknen und an Glanz verlieren lassen. Die spröden Haare erscheinen dann oft strohig und können auch von ihrer ursprünglichen Farbe abweichen. Blondes und rötliches Haar wirkt anschließend oft heller, da die UV-Strahlen die Phäomelanin-Pigmente im Haar zerstören. Das Eumelanin in dunklen Haaren ist widerstandsfähiger und schützt die Haare besser vor dem Ausbleichen.

  • Augenschäden: Vor dem Benutzen des Solariums sollte ein ausreichender Schutz für die Augen angelegt werden, da diese schnell empfindlich reagieren können. Es kann unter der Lichteinstrahlung schnell zu Verbrennungen an der Bindehaut oder Hornhaut kommen. Das hat unangenehme Rötungen und Juckreiz an den Augen sowie eine getrübte Sicht zur Folge.

  • Fruchtbarkeit des Mannes: Egal ob in der Sauna, beim Baden oder im Solarium: Sind die Hoden regelmäßig großer Hitze ausgesetzt, kann sich das negativ auf die Spermienproduktion auswirken. Auch die Qualität der Spermien leidet darunter, sodass eine zu hohe Temperatur durchaus die Fruchtbarkeit des Mannes beeinträchtigen kann. Bis sich das Problem wieder eingependelt hat, können Wochen bis Monate vergehen.

Ab wann ist das Solarium schädlich?

Vielen ist bewusst, dass das Solarium die Haut schädigt. Oft wollen die Benutzer einfach ihrer Seele etwas Gutes tun, doch es gibt auch andere Gründe. Beliebt ist die Methode, das Solarium zum Vorbräunen zu benutzen, bevor es in den Sommerurlaub geht. Doch bekommt man so tatsächlich später keinen Sonnenbrand beim natürlichen Sonnenbad? Und ab wann wird die künstliche Sonne der Solarien schädlich und gefährlich für die eigene Gesundheit?

Wie häufig sollte man ins Solarium gehen?

Bei dieser Frage lässt sich grundsätzlich sagen, je weniger desto gesünder. Dermatologen warnen vor regelmäßigen Besuchen im Solarium. Wer auf einen gewissen Teint jedoch nicht verzichten möchte, sollte nicht mehr als 30 bis 40 mal pro Jahr die Sonnenbank aufsuchen. Im Abstand von ein bis zwei Wochen kann man das Solarium für jeweils 10 bis 15 Minuten besuchen, um seine Bräune zu erhalten. Diese Angaben können natürlich von Hauttyp, Strahlungsintensität des Geräts und Alter der Person variieren. Selbst wenn man die Pausen zwischen den Solariumgängen einhält, steigert jeder Besuch trotzdem das Risiko für Hautkrebs und andere gefährliche Hautschäden.

Man kann keinen genauen Zeitpunkt festlegen, an dem gesagt wird: Ab jetzt wird es gefährlich und man hat die bestmögliche Bräune erreicht, ohne Schäden zu erlangen. Jede Sekunde, in der man vom künstlichen Licht angestrahlt wird, ruft bereits Schäden hervor. Wenn man sich für den Gang ins Solarium entscheidet, sollte man sich dessen bewusst sein und dafür sorgen, dass keine weiteren unnötigen Schäden, wie Sonnenbrand oder Augenverletzungen entstehen können. Ein vernünftiger Umgang mit dem Gerät, sowie den Anweisungen vom Personal zu folgen, sind dafür grundsätzlich wichtig.

Schützt Vorbräunen vor Sonnenbrand?

Der Mythos, dass die vorgenommene Bräunung vor Sonnenbrand unter der natürlichen Sonne schützt, kann ganz einfach widerlegt werden. Die Haut selbst bietet nur wenig Schutz vor UV-Strahlen, selbst wenn sie schon vorgebräunt wurde. Das ist abhängig vom jeweiligen Hauttypen, wobei auch maximal vorgebräunte Haut niemals vor langfristigen Schäden schützt. Die Haut selbst kann maximal einen Lichtschutzfaktor von 4 - 6 erreichen. Das in den Solarien verwendete UV-A Licht greift so in die Bildung des Hautfarbstoffs Melanin ein, dass es zwar zu einer schnellen, aber nicht langanhaltenden Bräune führt. Um seine Haut ausreichend zu schützen, ist die Verwendung von Sonnenschutzmitteln unerlässlich. 

Welche Alternativen für eine gebräunte Haut gibt es?

Für eine gebräunte Haut ohne Solarium samt schädlicher UV-Strahlung gibt es heutzutage Alternativen. Manche von ihnen bringen eine ähnliche Art von Gefahr für die Haut mit sich, andere sind völlig ungefährlich. 

Pfeffersalbe

Mit der BIOVOLEN Aktiv Pfeffersalbe gibt es ein ungefährliches Hilfsmittel, das die natürliche Melaninbildung der Haut anregen soll. Der verwendete biotechnologische Wirkstoff aus Mönchspfeffer kann dadurch zu einer natürlichen Bräune verhelfen, ohne dass UV-Strahlen eingesetzt werden müssen. Die Anwendung von Sonnenschutzmittel sollte man trotz dieser Salbe nicht vernachlässigen, da es sich um keine Sonnencreme handelt.

Selbstbräuner

Verantwortlich für das Bräunen der Haut sind bei Selbstbräunern meist die chemischen Wirkstoffe Dihydroxyaceton (DHA) oder Erythrulose. Beim Auftragen kommt es zu einer Reaktion mit den Proteinen und Aminosäuren in der obersten Hautschicht. Die dabei entstehenden Melanoide sind dem Hautfarbstoff Melanin sehr ähnlich. Diese sogenannte Maillard Reaktion sorgt für die bräunliche Färbung auf der Haut. Die Bräune entwickelt sich anschließend innerhalb von 4 bis 6 Stunden, wobei der maximale Effekt vom Hauttyp und der DHA-Konzentration im Produkt abhängt. Durch das natürliche Ablösen der Hautzellen, verblasst die Bräune allmählich wieder und ist nach 5 bis 7 Tagen wieder abgetragen, insofern man nicht nachbräunt. Auch der Selbstbräuner bietet keinen Schutz vor UV-Strahlung und sollte bei Sonnenexposition im Zusammenspiel mit Sonnenschutzmitteln verwendet werden. 

Bräunungscremes/ -lotionen

Es gibt zahlreiche Pflegecremes, die neben ihrer Funktion, der Haut Feuchtigkeit zu spenden, einen aufbauenden Bräunungseffekt bieten können. Das gewünschte Ergebnis wird hier nicht nach einmaliger Anwendung erzielt, sondern bei regelmäßiger Benutzung über einen längeren Zeitraum. Man braucht hierbei also etwas mehr Geduld für einen natürlichen Sommerteint, pflegt dafür aber gleichzeitig noch seine Haut. Auch hier sind einige Cremes mit dem in der Kritik stehenden Selbstbräuner Wirkstoff DHA angereichert. 

Bräunungssprays

Sprays Tans funktionieren ähnlich wie die Selbstbräuner und verwenden auch die gleichen Wirkstoffe. Sie bieten eine weitere Möglichkeit, einen sommerlichen Teint zu erreichen, ohne UV-Strahlung ausgesetzt zu sein. Statt sich einzuschmieren, sprüht man sich hier am gewünschten Körperteil ein. Die temporäre Bräune klingt in den anschließenden Tagen nach und nach ab.

Natürliches Sonnenbaden

Die beliebteste Methode, eine konstante, natürliche Bräune zu erlangen, ist durch das Sonnenbaden unter freiem Himmel. Bei der natürlichen Sonnenexposition ist man jedoch ebenfalls den UV-Strahlen ausgesetzt, vor denen man sich ausreichend schützen sollte. Pflicht sollte daher das Anwenden von Sonnenschutzmitteln mit angemessenem Lichtschutzfaktor sein, um Sonnenbrand und Hautkrebs vorzubeugen. Die Kraft der Sonne ist keinesfalls zu unterschätzen und kann neben Sonnenbrand auch zu Dehydrierung oder vorzeitiger Hautalterung führen

Fazit

Für den schnellen, frischen Sommerlook gibt es die Möglichkeit, ins Solarium zu gehen. Man sollte sich jedoch vorher bewusst machen, welche Gesundheitsrisiken für die Haut damit verbunden sind und seine Solariumbesuche am besten im Kalender eintragen. Eine vernünftige Planung kann gewährleisten, nicht zu häufig der UV-Strahlung ausgesetzt zu sein und das Risiko auf Hautkrebs möglichst gering zu halten. Allgemein sollte allerdings bewusst sein, dass jeder einzelne Besuch bereits schädlich ist. Wer lieber gar kein Risiko eingehen möchte, kann auf Alternativen wie Selbstbräuner, Bräunungssprays oder der Pfeffersalbe zurückgreifen. Egal für welche Methode man sich letztendlich entscheidet, eine Bedingung bleibt bei keiner Variante aus: Sonnencreme und allgemeiner Schutz vor der Sonne sind essentiell. Daran führt kein Weg daran vorbei, wenn man langfristig gesunde Haut haben möchte, ohne auf Sonne zu verzichten. 

Gehen Sie ins Solarium? Wenn ja, was tun Sie um Ihre Haut zu schützen?

QUELLEN

  • A. Lewandowska, T. Lewandowski, G. Rudzki et al.: The Risk of Melanoma due to Exposure to Sun and Solarium Use in Poland: A Large-Scale, Hospital Based Case - Control Study. Abgerufen unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37505755/.
  • S. Gandini, J.-F. Doré, P. Autier, et al.: Epidemiological evidence of carcinogenicity of sunbed use and of efficacy of preventive measures. Abgerufen unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jdv.15320.
  • https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/02/05/verursachen-solarien-krebs 
Natalja Felsing Autorin

Natalja Felsing

Natalja ist Content- und Recherche-Expertin mit langjähriger Erfahrung im Beauty- und Gesundheitsbereich. Nicht nur privat setzt sie sich tagtäglich mit Themen wie Fitness, gesunder Ernährung, Schönheit und Anti-Aging auseinander, sondern auch beruflich. Seit Abschluss ihres Studiums an der Hochschule Darmstadt recherchiert und verfasst sie seit mehreren Jahren Beiträge zu Themen rund um Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden - immer auf dem aktuellsten Stand der Forschung.